Erdöl und Erdgas
Entstehung und Definition:
Erdöl (= In der Natur vorkommendes Gemisch aus vielen verschiedenen Kohlenwasserstoffen
- Entstanden aus tierischen und pflanzlichen Lebewesen vor Millionen von Jahren in abgeschlossenen Meeren
- abgestorbene Teile der Lebewesen sanken zu Boden und bildeten einen Faulschlamm
- Unter Sauerstoffabschluss allmähliche Zersetzung dieses Schlamms
- Weitere Überdeckung durch weitere Meeresablagerungen
- Durch Druck und Wärme à Umwandlung zu zahlreichen Bestandteilen des Erdöls
Erdgas (= brennbares Naturgas (Methan); kommt in unterirdischen Lagerstätten vor)
- Großteil bildete sich vor 15-600 Mio. Jahren
- Mikroorganismen und Pflanzenreste lagerten sich auf dem Grund der Ozeane ab und wurden von Gesteinsschichten überdeckt
- Luftabschluss und hoher Druck àchemische Prozesse àorg. Material wurde in Kohlenwasserstoffe umgewandelt
- Aufsteigen der Kohlenwasserstoffe und Sammlung unter undurchlässigen Gesteinsschichten à Ablagerung im sog. Speichergestein
Vorkommen:
Erdöl (Stand 2004):
Reserven weltweit: 1.188,6 Mrd. Barrel
Vorkommen: Kontinente und Weltmeere
Erdgas (Stand 2004):
Reserven weltweit: 179,53 Billionen m³ und zusätzliche geschätzte Reserven: 160 Billionen m³
è Die Erdölvorkommen sind insgesamt recht ungleichmäßig verteilt. Die meiste Produktion findet in Saudi-Arabien, den USA und Russland statt, wodurch diese Staaten mehr als ein Drittel der Weltproduktion ausmachen.
Verwendung:
Erdöl:
- Erste Verwendung bereits im Mittelalter (z.B. als Heilmittel) à sehr geringe Produktion
- Durchbruch ab Mitte der 50er Jahre
- Substitution (=Ersetzung) der Kohle durch das Erdöl als Primärenergierohstoff
- Vielseitige Nutzungsmöglichkeiten:
- Verkehr (Straße, Luft, Bahn)
- Haushalte und Kleinverbraucher
à Erzeugung von Wärme (früher Kohle) - Chemische Industrie (z.B. Kunststoffe, Schmieröle, technische Öle usw. )
Erdgas:
- Erste Nutzung: 900 v.Chr. China à Salztrocknung´
- Ab Mitte der 60er Jahre: Durchbruch als Primärenergieträger
- Energiegewinnung
- Chemische Industrie (z.B. Herstellung von Kunstfasern, Lösungsmitteln, Alkohol usw. )
Anteil am Energieverbrauch:
Erdöl: 1970: 45,3% 1998: 35% à stärkerer Energiemix festzustellen
Erdgas: 1970: 19,5% 1998: 25,7% à gewinnt an Bedeutung
Definition Reichweite: Angabe zu einem bestimmten Zeitpunkt, wie lange die dort festgestellte Reservemenge eines bestimmten Rohstoffs unter der Annahme eines gleich bleibenden Verbrauchs, ausreichen würde.
Man unterscheidet statische und dynamische Reichweite.
(statisch àgleichmäßiges Wachstum; dynamisch à exponentielles Wachstum)
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Erdöl |
1968 |
1986 |
1991 |
1999 |
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Reserven (in Mrd. t) |
72,5 |
95,1 |
135,4 |
140,4 |
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Statische Reichweite (in Jahren) |
31 |
33 |
42,9 |
40,5 |
à Die Reichweite bleibt in etwa konstant, trotz steigender Reserven
Grund: steigender Bedarf
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Erdgas |
1968 |
1986 |
1991 |
1999 |
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Reserven (in km³) |
32300 |
107500 |
124000 |
146430 |
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Statische Reichweite (in Jahren) |
38 |
71 |
60,7 |
53,7 |
à von 1968 bis 1986 Verdreifachung der Erdgasreserven
à bis 1999: schwächeres Anwachsen
à Zurückgehen der statischen Reichweite, weil Gas als Primärenergierohstoff immer mehr an Bedeutung zunimmt
Erdöl
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Vorteile |
Nachteile |
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- Vielseitige Einsatzmöglichkeiten - Leichter Transport (per Pipelines bzw. per Frachter) - Anfänglich sehr billiger Rohstoff (1972: 1,83 US-Dollar pro Barrel) - Ausschwung des Verkehrswesens in riesigen Ausmaßen (Mittlerweile kann sich jeder ein Auto leisten) - Wichtiger Rohstoff für die Forschung und Wissenschaft (vor allem in der chemischen Industrie) - Leichter abbaubar (vgl. Kohle) - Entwicklungsvorteile der Erdölförderländer (Erdölproduktion = Motor der Wirtschaft) |
- Ungleichmäßige Verteilung der Ressourcen à Monopolbildung - Negative Erdölpreisentwicklung:
1980: iranische Revolution - Endlicher Rohstoff - Steigender Bedarf bei zurückgehender Förderung - Abhängigkeit von rohstoffarmen Ländern (z.B. Deutschland) - Umweltbelastung: bei der Verbrennung CO2 Ausstoß |
Erdgas
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Vorteile |
Nachteile |
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- Bequeme Verwendung (direkt aus der Leitung einsetzbar àkeine Lagerung nötig) - Geringe Umweltbelastung - Einfacher Transport durch Pipelines - Vielseitige Einsatzmöglichkeiten - Ungiftig für Lebewesen, Böden und Gewässer - Geringe Umwandlungsverluste |
- Konzentration der Erdgasvorräte auf wenige Regionen à zunehmende Abhängigkeit der Industriestaaten - Fossiler Brennstoff - Ausstoß von Schadstoffen bei der Verbrennung (zwar gering, jedoch vorhanden) àTreibhauseffekt - Gefahr von Gasexplosionen an Förderorten - Muss vor dem Transport per Schiff komprimiert werden (Energieaufwendung) |
Hintergrundinformationen:
Erdgas:
- Förderung:
à zunächst seismische und geophysikalische Messungen
à dann sog. Aufschlussbohrung, die feststellt, ob sich die Förderung lohnt (bis 7000m tief)
à nach der Bestätigung wird die Produktionsbohrung durchgeführt und der Bohrturm gebaut
- Transport:
à durch Schiffe: Kühlen das Gas auf -162 Crad ab à Verflüssigung à beansprucht nur noch 1/600 des Ursprungsvolumens
à durch Pipelines:
Verdichter Stationen alle 100-200 km bauen Druck auf, sodass das Gas transportiert werden kann
à Speicherung in unterirdischen Lagerstätten für den Winter (180-3000m tief) (künstlich)


